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Novalis und die Suche nach der Blauen Blume


Vielleicht ist es das Einzige gewesen, was am 1. September 2001 in der Schlöbener Kirche nicht unbedingt im Vordergrund der Betrachtungen zu Freiherrn Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg, alias Novalis, stand. Musste es auch nicht, aber wenn man sich im Nachklang des wunderschönen und informativen Nachmittags und Abends dann einmal überlegt, was für ein Leben der offenbar berühmteste Vertreter der Hardenbergs wirklich hatte, man kommt schon ins Grübeln.

29 Jahre jung - Lebensziel erreicht?
Betrachtet man seine Lebensdaten nüchtern, so wäre so mancher Jugendliche von heute schon bei dem bloßen Gedanken daran, womöglich auf der Stelle scheintot. Denn der immerhin bedeutendste Dichter der Frühromantik, der, wenn man den Überlieferungen und somit den eindrucksvollen Schilderungen von Martin Stiebert Glauben schenken darf, im November des Jahres 1799 anlässlich der Hochzeit seiner Schwester Caroline eigens nach Schlöben reiste um im Anschluss an die Hochzeitsfeierlichkeiten in Jena mit den Gebrüdern Schlegel europäische Geistesgeschichte zu schreiben, hatte zu diesem Lebenszeitpunkt nur noch 16 Monate Zeit, um sein Lebensziel, das vielleicht in der Suche nach der Blauen Blume bestand, zu vollenden.
Nicht ohne Grund ist die Blaue Blume das Symbol der Dichtung in Novalis' Roman "Heinrich von Ofterdingen" und seither auch das Symbol der romantischen Poesie und ihrer nach dem Unendlichen gerichteten Sehnsucht.

Sophie oder die wahre Liebe
Geboren am 2. Mai 1772 in Oberwiederstedt bei Mansfeld traf Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg offenbar schon als recht junger Mann seine große Liebe in Gestalt von Sophie von Kühn, mit der er sich 1795 verlobte, die jedoch 15-jährig im Jahr 1797 genau wie Novalis selbst später an Tuberkulose starb, ein Schicksalsschlag, von dem er sich eigentlich nie ganz erholte. Auch sein Studium der Bergwissenschaften in Freiberg, seine Verlobung mit Julie von Charpentier und seine Tätigkeit als Salinen-Assessor in Weißenfels ließen seine Liebe zu Sopie, die Friedrich Schlegel immer als zu geplant ansah, nie verblassen.

Schlöben - nicht nur ein Meilenstein im Leben von Novalis
Bei allem Hin und Her der Debatten, wie eng Novalis nun wirklich mit Schlöben verwurzelt war, wage ich an dieser Stelle zu behaupten, dass er vielleicht die schönsten, unbeschwertesten und damit die wichtigsten Jahre seines Lebens auf dem Nebensitz der Familie, von dem heute nur noch das Häuschen steht, was bis dato als Regierungssitz des Bürgermeisters dient, verbracht hat. Er wurde und war eben ein Mann, der die Widersprüche seiner Zeit und seines Lebens in den Griff bekommen und die Welt romantisieren wollte und für den die Liebe noch etwas Einmaliges war und wenn der Ort Schlöben bei Hardenberg ein solches mitbewirkt hat, dann brauchen wir uns als heutige Schlöbener dessen wirklich nicht zu schämen.

Er soll auf ihr gespielt haben ...
Umrahmt von Orgelwerken von Johannes Brahms sowie eines dänischen und eines französischen Komponisten, gespielt von S. Werner aus Eisenberg, auf der Novalis-Orgel, auf der nach unbestätigten Angaben Novalis auch selbst Hand oder besser Finger angelegt haben soll, haben uns die erzählten und zitierten Worte von M. Stiebert ganz hautnah spüren lassen, dass Schlöben offenbar ein gutes Pflaster für alle ist, die sich ähnlich unserem großen Vorbild, in die Menschheit hinein vertiefen wollen und werden und ohne versteifende und dogmatisierende Kritik gute und vor allem nützliche Gesellschaftspolitik betreiben.

Text: Carla Fehse (cf) Schlöben, September 2001



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